Dilemma

28 Jan

Es ist tatsächlich eine gewisse Art von Zwickmühle in der man steckt, wenn einem auf der Straße, im Zug oder in der Universität ein Mensch begegnet, den man auf Anhieb sympathisch findet, ohne auch nur ein einzelnes Wort gewechselt zu haben, man allerdings auch zu schüchtern und nervös ist, an dieser Situation irgendetwas zu verändern. Stattdessen malt man sich in seinem Kopf eine wunderbare Beziehung mit diesem Menschen aus, plant Urlaubsreisen, überlegt in welcher Stadt und welchem Stadtteil man sich niederlassen soll und benennt schonmal die gemeinsamen Kinder. Ein Ansprechen, ein nettes „Hallo“ oder ein freundliches „Wie gehts?“ kommen aber wirklich in keinster Art und Weise in Frage. Später ärgert man sich wieder über sich selbst, wegen der verpassten Chance einen möglicherweise wunderbaren Menschen kennenzulernen und sein Leben oder wenigstens einen Teil davon miteinander zu verbringen. Irgendwann ist man dann so weit, dass man sich dafür hasst, wie man ist und sich verhält. Denn es sind die kleinen Dinge, die kurzen Momente, die einen manchmal zur Verzweiflung bringen können und man hat diesen Kampf mit sich allein auszutragen, weil man niemanden hat, der einem helfen will und vorallem auch kann.

Ohne Titel (26)

13 Jan

Hinweis: Der folgende Text ist rein fiktional!

Der Text befasst sich mit dem Thema Amoklauf. Die Darstellungen können auf einige Leserinnen und Leser abschreckend wirken. Auch die teilweise sehr schonungslosen und drastischen Beschreibungen der Ereignisse im Text ist nicht für jeden Menschen nachvollziehbar und wirkt mitunter abstoßend. Trotzdem wurde diese Art der Darstellung gewählt, da sie zum einen den Text in den Augen des Autors authentischer macht und zum anderen dem Leser eine emotionale und intellektuelle Auseinandersetzung mit dem dargestellten Sachverhalt abverlangt.
Der Text ist in der Ich-Form verfasst und erzählt die Ereignisse aus der absurden Sicht des Täters. Der Autor und der Erzähler sind in keinem Fall gleichzusetzen!

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Dezember 2011

4 Jan

230 km/h

28 Dez

Mit voller Kraft trete ich das Gaspedal runter. Der Wagen schnurt leise und beschleunigt umgehend. Es ist eines dieser neueren Modelle, bei denen man die Geschwindigkeit nur noch am Tacho erkennen kann und nicht mehr am Geräusch des Motoren. Die Tachonadel nähert sich langsam der 200er Marke und allmählich beginnt meine Umwelt zu verschwimmen. Ich bemerke das Adrenalin, das durch meinen Körper schießt. Es ist dunkel und regnerisch. Eigentlich keine guten Bedinungen für eine Fahrt mit dieser Geschwindigkeit, aber das macht mir nicht mehr viel aus. Die Scheibenwischer zucken hastig hin und her, Stufe 5, maximale Geschwindigkeit. Das Radio hab ich abgestellt, es würde mich jetzt eh nur stören. Ich möchte diesen Moment nur mit mir verbringen und dem Auto unter mir, das auf jeden meiner Befehle gehorcht. Ich genieße die Macht, die ich auf das Auto ausübe, auch wenn es nur eine Maschine ist, ist es doch ein unbeschreibliches Gefühl, so mächtig und erhaben. Mittlerweile bin ich bei 230 km/h angekommen. Nur der Regen, das Auto und ich, einsam in der Nacht. Meine Hände würden zittern, hätte ich sie nicht mit voller Kraft an das Lenkrad gekrallt. Endlich war der Moment gekommen, von dem ich schon so lange geträumt hatte. Endlich. Und alles war perfekt, alles war genau so, wie ich es mir immer ausgemalt hatte. Meine Wohnung hatte ich bereits gegen Mittag verlassen. Meine letzten Möbel und sonstigen Gegenstände hatte ich mit Benzin übergossen und mit einer brennenden Kerze zurückgelassen. In einigen Stunden würden sich meine letzten Habseligkeiten innerhalb von Sekunden in ein loderndes Flammenmeer verwandeln. Ich mag die Vorstellung mit einem großen Knall abzutreten. So sehr, wie ich zu Lebzeiten missachtet wurde, so werde ich wenigstens im Tod meine Anerkennung finden. Mein Herz pocht, kleine Schweißtropfen bedecken meine Stirn. Ich sehe ein Paar Scheinwerfer, die mir entgegenkommen. Kurz bevor ich sie erreiche, schalte ich meine Scheinwerfer an. Endlich.

Ohnmacht

21 Dez

Oh ja, ich weiß ich bin nur ein Träumer, nur einer über den man leise lacht,

Nur ein Chaot und ein Phantast, der sich hier künstlich wichtig macht.

 
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