Ich kenn dich von der Party

von nomissimon

Tom ist auf dem Weg zum Supermarkt, gestern hatte ihn sein Freund Matthi angerufen und ihm gesagt, dass  Tanja eine Einweihungsparty schmeißt und die beiden gerne kommen können, hatten sie schließlich auch vor 3 Wochen beim Umzug geholfen. Tom und Matthi schenken einen Flasche Weinbrand, kostet jeden 8 Euro, Tom findet das angemessen. In Tanjas neuer Wohnung ist das Gedränge groß, 45 Leute in einer Wohnung, die wahrscheinlich 65 m² hat, Matthi war irgendwann im Wohnzimmer verschwunden und unterhielt sich dort mit einem alten Schulfreund, Tom stand in der Küche, aus dem Wohnzimmer hörte er eine Mischung aus Musik und Small Talk. Das Becks in seiner Hand ist eiskalt, er wechselt nach jedem Schluck die Hand in der er es hält, der Kühlschrank erfüllt auf jeden Fall seine Pflicht, denkt er sich. An ihm drängeln sich Menschen vorbei, er kennt keinen einzigen von ihnen. Ein Mädchen mit lockigen braunen Haaren versucht sich an ihm vorbeizudrücken, stößt dabei gegen seine Flasche, beinahe wäre sie runtergefallen. „Oh, tut mir leid. Ganz schön eng hier.“ sagt die hübsche Unbekannte zu Tom, „Ja, viele Leute hier. Und dann ist das Bier auch noch so kalt“. 2 Stunden später sitzt Tom auf Tanjas knallroten neuen Sofa, neben ihm das Mädchen aus der Küche, sie hatten die ganze Zeit gequatscht. Nur ihren Namen weiß er nicht, irgendwie kam es nicht dazu und jetzt 2 Stunden später danach zu  fragen, kam Tom auch ein bisschen doof vor, er hört ihn sicher gleich irgendwann mal. Sie erzählt ihm von ihrem Studium, er überlegt, ob er jemals so ein hübsches Lächeln gesehen hat. So lang hatte er sich mal wieder so ein Kennenlernen gewünscht, dass es heute Abend passieren könnte hatte er nicht gedacht, aber so kommt es manchmal. Sie entschuldigt sich, steht auf und mogelt sich langsam durch die Leute in Richtung Badezimmer, Tom lehnt sich entspannt nach hinten, nimmt einen Schluck aus seinem jetzt handwarmen Bier und ihn überkommt eine so große innere Zufriedenheit wie er sie schon lange nicht mehr gespürt hat. „Tut mir leid, aber ich muss jetzt los!“, sie drückt ihm einen Kuss auf die Wange, dreht sich um und geht, Tom hatte gar nicht gemerkt, dass sie schon wieder zurück kam, jetzt sah er sie nur noch durch die Wohnungstür huschen. „Tschüß“ nuschelt er leise in seine Flasche und kippt den Rest mit einem Schluck in sich rein. Matthi lässt sich neben ihm auf’s Sofa fallen, „Wer war das?“ fragt er neugierig, „Keine Ahnung“.

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