ÖPNV-Tipps 2: Service erkennen und genießen

von nomissimon

Der öffentliche Personennahverkehr ist nicht mehr nur das einfach Transportmittel von A nach B, welcher er einmal war, der öffentliche Personennahverkehr ist ein Serviceunternehmen, dass dem Fahrgast ein Reiseerlebniss auf allerhöchstem Niveau bietet und sich dabei selbst in die Pflicht genommen hat. Allerdings passiert es vielen Fahrgästen, dass sie im reichhaltigen Servicesortiment den ein oder anderen Dienst gar nicht erkennen oder, wenn sie ihn doch bemerken, ihm nicht den Respekt erweisen, den er eigentlich verdient hätte. Mir liegt exklusiv eine Liste aller Serviceleistungen des ÖPNV vor, von der ich nun beispielhaft einige nennen werde:

Service 1 – Die Sitzheizung:

In den Wintermonaten werden in allen Bussen und Bahnen spezielle Sitzheizungen angeboten, diese schalten sich aber erst ein, sobald die Sensoren einen Fahrgast erkennen, der auf dem Sitz Platz genommen hat. Besonders deutlich wird der beheizte Sitz, wenn man die Gelegenheit hat, auf einem Sitz zu sitzen, auf dem vorher ein Fahrgast mindestens 30 Minuten saß.

Service 2 – Sportlichkeit:

Auch die Nahverkehrsbetriebe erkennen das Problem der zunehmenden Fettleibigkeit unter der Beölkerung und  versuchen mit einem speziellen Sportprogramm die Fahrgäste zu einem kurzen Sprint zu animieren, um das gewünschte Fahrzeug noch erreichen. Um die Fahrgäste zu motivieren, beim nächsten Mal noch schneller zu laufen werden die Türen natürlich nicht aufgemacht oder das Fahrzeug fährt kurz vor der Ankunft des Sprinters davon. Erfolge würden nur demotivieren.

Service 2.1 – Sportlichkeit:

Den Haltewunsch ignorieren und stattdessen eine bis drei Haltestellen weiterfahren, erhöht das sportliche Engagement der Fahrgäste.

Service 3 – Verhalten:

Auf regelmäßigen Schulungen lernt das Personal das spezielle „Unfreundliche-Verhalten“. Dieses soll den Fahrgästen vor Augen führen, wie wichtig Freundlichkeit und gegenseitiger Respekt wirklich sind. Bisher ist man mit den Ergebnissen zufrieden, hält sie aber für ausbaufähig.

Service 4 – Der Fahrplan:

Das Leben vieler Fahrgäste ist von Eintönigkeit geprägt. Mit den innovativen Überraschungsfahrplänen sind Verspätungen einprogrammiert und sorgen so für täglich abwechslungsreiche Verspätungen und die ein oder andere Ausrede für die eigene Unpünktlichkeit.

Service 4.1 – Der Fahrplan:

Um dem eigenen Fahrplanwechsel genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, hängen die Betriebe die neuen aber noch ungültigen Fahrpläne bereits 4 Woche vor dem eigentlichen Inkrafttreten an den Haltestellen auf, der alte aber noch aktuelle Fahrplan wird aber schon abgehangen. Und um das ganze nicht allzu einfach zu machen ist das „Gültig ab“-Datum sehr klein und dunkelgrau auf grau gedruckt.

Service 5 – Körperliche Nähe:

Die Verkehrsgesellschaften erfreuen sich an körperlichen Kontakten zwischen fremden Menschen und möchte dies auch bewusst fördern, deswegen gibt es selbst zu Stoßzeiten keine Sonderfahrten. Auch werden gerne mal Fahrten spontan gestrichen um das Erlebniss noch aufregender zu machen.

Service 6 – Technischer Fortschritt:

Die Verkehrsbetriebe sind moderne Serviceunternehmen, die technischen Fortschritt im öffentlichen Raum vorantreiben und maßgeblich an dessen Erfolg mit verantwortlich sind. Dafür sorgen modernste Fahrscheinautomaten, die auf so altmodischen Quatsch wie Münzgeld verzichten können und stattdessen jeden Tag 1-2 mal ausfallen um der Bevölkerung auch die mögliche Vergänglichkeit und die Abhängigkeit dieses rasanten Fortschritts deutlich zu machen.

Service 7 – Wetter:

Um wertvolle Zeit nicht zu vergeuden, verzichten die Verkehrsbetriebe bewusst auf das Reagieren auf Wetterberichte oder frühzeitiges Planen von Extremwettersituationen. Ausserdem unterstützen man somit noch Servicepunkt 4.

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