Ein Schutzschild aus Hass

von nomissimon

Es gibt Soziologen, die die Gesellschaft in Gruppen ordnen, ihnen bestimmte Werte auferlegen und aus ihren Ergebnissen hübsche Diagramme basteln, die dann aussehen wie eine Kartoffel. Da wird dann die ganze Gesellschaft in ein Diagramm gepresst, Trennlinien zwischen Ober-, Unter- und Mittelschicht werden gezogen und jeder wird irgendwo einsortiert, Überschneidungen möglich. Und dann gibt es sie, die Bürgerliche Mitte, die Konservativen und die Hedonisten, die konsumgeilen Materialisten, die Modernen Performer und die Etablierten, alles klar definiert, keine Chance mal auszubrechen. Eine Gesellschaft auf einem Din A4-Blatt zsammengefasst.

Doch weil ich mich nicht einfügen lassen will in dieses Schaubild, weil ich kein Experimentalist und kein Konservativer bin, weil ich keine Lust habe nur eine Zahl auf einem weißen Blatt zu sein, habe ich mich entschlossen mir meinen eigenen Platz zu suchen, neben der Statistik. Unerreichbar für alle Striche und Zahlen sitze ich mit meinem Laptop und einer Schreibtischlampe an einem Tisch, habe mir ein Schutzschild aus Hass gebaut um sämtliche Vereinnahmungsversuche abzuwehren, hier bekommt mich kein Statistiker zu fassen, kein Soziologe und kein Psychologe, mein Hass auf all das beschert mir eine wunderbare Ruhe, eine Ruhe, die im Getummel von Performern und Etablierten niemals zu finden sein wird. Und ich fühle mich gut dabei.

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