Im Supermarkt

von nomissimon

Ich stehe in der Getränkeabteilung und halte eine Flasche Ginger Ale in der linken Hand. Ich konzentriere mich, versuche im Kopf alle Preise zusammenzurechnen und überlege, ob ich mit dem Kleingeld auskomme. Ich möchte den 10 Euro Schein nicht anbrechen. Mit meiner rechten Hand stütze ich mich auf den Einkaufswagen, ich habe keine Lust mehr zu stehen und wäre jetzt sowieso viel lieber zuhause. Aber zwischen mir und der Wohnung liegen noch 4 Bahnhaltestellen. Ich habe Glück, mein Ticket läuft noch eine gute halbe Stunde und so brauche ich die paar Einkäufe nicht nach Hause tragen. „Ein Storno!“ brüllt die Kassiererin durch den Markt und unterbricht mich so in meiner Konzentration. Ich weiß noch wie schwer ich mich damals mit dem kleinen Einmaleins getan habe. Das alles um heute hier in diesem Supermarkt ausrechnen zu können, ob ich die paar Tütensuppen und dieses lausige Getränk mit meinem Münzgeld bezahlen kann oder doch einen Schein anbrechen muss. Ich stell die Flasche Ginger Ale wieder zurück in das Regal und entscheide mich doch für Cola. Hinter mir lümmeln ein paar Punker am Bier rum.

Ich mag diesen Laden, die Bäckereiverkäuferin grinst jeden Kunden dämlich von der Seite an und die rauen Hände der Kassiererin könnten eher einem Hafenarbeiter gehören. Mich hat noch nie jemand gefragt, ob ich Herzen sammel.

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