Ohne Titel (7)

von nomissimon

Als er die Tür aufschließt, steht sie schon mit strahlendem Gesicht im Flur. Hi, was grinst du denn so, fragt er. Ach nichts, mir geht es einfach nur gut gerade, antwortet sie. Schön für dich, sagt er und schlurft an ihr vorbei in sein Zimmer. Sie geht ihm zügig hinterher und reißt die Zimmertür, die er gerade hinter sich verschlossen hat, auf. Frag mich warum, sagt sie. Nein, ich möchte nicht, sagt er mürrisch. Doch frag, fordert sie. Na gut, erzähl schon, sagt er etwas missmutig. Ach weißt du, ich bin gerade an dem Punkt in meinem Leben, an dem ich erkannt habe, dass ich genau das mache, was ich wirklich machen möchte und alle kleinen Zweifel, die hier und da mal aufgetaucht sind, sind einfach verpufft, in Luft aufgelöst, erklärt sie aufgeregt. Ich fühl es einfach so tief in mir drin, dass ich alles richtig gemacht habe um genau an diesem einen Punkt zu stehen und es tut so unwahrscheinlich gut, es ist großartig, führt sie weiter aus. Schön für dich, sagt er trocken, und jetzt raus hier. Als sie die Zimmertür von außen zuzieht, dreht er sich wortlos um und setzt sich auf sein Bett. Nach ein paar Minuten, bemerkt er, dass ihm eine Träne über sein Gesicht läuft. Es sind die kleinen Momente, an denen man zerbricht, denkt er sich, wischt sich die Träne aus dem Gesicht und schaltet seinen Computer an.

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