Ohne Titel (12)

von nomissimon

Als wir uns um 19 Uhr im Schloßgarten treffen ist es bereits dunkel. Die kleine Laterne am Wegesrand zaubert einen sanften Lichstrahl auf dein Gesicht. Du fragst mich, wie es mir erging die letzten Tage und während ich dir einige Kleinigkeiten aufsage, die mich beschäfftigen, beobachtest du jede Bewegung meiner Lippen. Ich unterbreche meinen Satz, schaue dir in die Augen und frage, ob du mir überhaupt zuhörst. Du schüttelst leicht deinen Kopf, behälst dabei meine Augen im Blick, nur um mich dann an dich zu drücken. „Was hälst du davon, wenn wir irgendwo hingehen wo uns keiner kennt“, fragst du mich und hängst ein leises „für immer“ hinten dran. Ohne lange zu zögern willige ich ein. Und obwohl mir bewusst ist, dass das mit uns beiden niemals auf Dauer funktionieren wird, fühle ich mich gut bei dieser Entscheidung. Alles ist gut.

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