Ohne Titel 13

von nomissimon

Am Abend des 24. September setze ich den letzten Brief meines Lebens auf. Adressiert ist er an eine junge Frau, die vor einiger Zeit noch eine größere Rolle in meinem Leben spielte. Ihre Adresse habe ich bei einer damaligen gemeinsamen Freundin erfragt, die zwar etwas stutzte als ich mit meinem Anliegen auf sie zukam, mir aber schließlich doch meine Bitte erfüllte.

Am nächsten Morgen stehe ich draußen mit dem Brief in der Hand. Die letzten Zeilen hatte ich nach einer schlaflosen Nacht erst am frühen Morgen zu Papier gebracht. Ich spüre eine kräftige Brise in meinem Gesicht, das reißende Wasser 40 Meter unter mir macht einen gewaltigen Lärm. Als ich springe, halte ich den Brief fest in meiner Hand. Ich habe ihn nicht abgeschickt.

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