Thomas und Rolf: Alles bricht zusammen

von nomissimon

Es ist ein lauer Sommerabend als Thomas mit seinem Rad auf den Fabrikhof einbiegt. Er sieht Rolf an der Fabrikhalle sitzen und fährt auf ihn zu. Rolf hält eine Zigarette in der Hand und neben ihm liegen bereits einige ausgedrückte Zigarettenstummel und vier Flaschen Bier, von denen zwei bereits leer sind. Thomas lehnt sein Rad gegen die Fabrikhalle, setzt sich wortlos neben seinen Freund und zündet sich ebenfalls eine Zigarette an. Er zieht zweimal kräftig an seiner Kippe, behält den Rauch für einige Zeit in seiner Lunge und pustet ihn dann mit Schwung heraus. „Der Tag wird kommen“, unterbricht er das Schweigen, „an dem hier alles irgendwann zusammenbricht. An dem kein Stein mehr auf dem anderen bleibt und die ganze Welt brennt. Der Tag an dem die Menschheit vor die Hunde geht. Dann wird alles gut“. Während er das sagt, blickt Rolf ihn an, sieht das leichte Lächeln in Thomas‘ Gesicht und antwortet: „Du solltest dir das Lächeln festtackern lassen. Dann denken die Leute du wärst glücklich“. Beide rauchen noch ein paar Zigaretten, trinken die restlichen Bierflaschen leer und machen sich dann irgendwann auf den Weg. Vom Hof auf den Trampelpfad, bis zur Landstraße. Thomas fährt nach links, Rolf nach rechts. Der Sonnenuntergang steht kurz bevor. Auf der Landstraße ist es ungewohnt ruhig, sodass Thomas sogar einige Vögel singen hören kann. Er genießt den Fahrtwind.

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