Heimwärts

von nomissimon

Nach 6 Stunden Zugfahrt komme ich in meiner Heimatstadt an. Die  Reise war entspannt, die Züge angenehm leer und sogar pünktlich, auch wenn mir Verspätungen nichts ausgemacht hätten an diesem Tag. Ich steige in die Tram am Hauptbahnhof und fahre Richtung Nordstadt. Mein Rucksack ist schwer und drückt sich unangenehm in meinen Rücken. An meiner Haltestelle angekommen, steige ich aus, laufe die paar Meter zu meinem Zuhause und stehe irgendwann vor diesem großen grauen Haus. Ich stecke den Schlüssel in die Tür und betrete die Wohnung. Mein Zimmer, in dem ich jetzt einige Zeit nicht mehr war, kommt mir auf den ersten Blick wunderschön vor, die Sonne strahlt durch das Fenster hinein und hüllt mein Bett in ein sanftes, warmes Orange. Für einen kurzen Augenblick fühle ich mich wohl und geborgen, spüre das, was andere Heimat nennen. Doch das vergeht schnell wieder. Es sind nur vier Wände, ein Fenster und eine Tür. Keine Heimat, nur ein Zuhause. Das Gefühl von Heimat ist mir weiter fremd, mein Zuhause könnte überall sein, eine Heimat hab ich nicht.

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