Ohne Titel (22)

von nomissimon

Ich laufe einen langen Flur entlang. Die Wände sind weiß und die Gummisohlen meiner Schuhe machen bei jedem Schritt ein quietschendes Geräusch auf dem PVC-Boden. An der Decke flackert Neonlicht. Zu meiner linken befindet sich eine Tür. Ich drücke die Klinke herunter, aber die Tür ist versperrt. Ich halte einen kurzen Moment inne, schaue rechts und links den Flur entlang, aber weit und breit ist niemand zu sehen. Ich laufe weiter und bemerke, dass ich keinerlei Schimmer habe, wohin ich eigentlich möchte. Eigentlich weiß ich sogar gar nicht so genau, wo ich überhaupt bin, denn nichts an diesem Ort kommt mir bekannt vor. Ein seltsames Gefühl macht sich in mir breit. Ich bekomme etwas Panik, renne umher und versuche jede Tür, die ich sehe, zu öffnen, aber alle sind verschlossen.  Ich bleibe stehen um nach Luft zu schnappen, als ich höre, wie eine Tür gar nicht weit von mir ins Schloss fällt. Aufgeregt eile ich zu der Tür, versuche sie zu öffnen, aber auch sie ist verschlossen. Ich hämmer mit meiner Faust gegen die Tür und brülle, dass mir endlich jemand helfen mag und ich keine Ahnung habe, wo ich bin, doch nichts tut sich. Enttäuscht lehne ich mich gegen die Tür und lasse mich langsam auf den Boden sinken. Jetzt sitze ich da, wie ein begossener Pudel und mir erscheint alles so ausweglos. Ein Sprichwort sagt, dass, wenn sich eine Tür schließt, eine andere für dich öffnet. Mittlerweile glaube ich, dass ich noch lange suchen muss und es noch ein weiter Weg ist, bis ich diese offene Tür gefunden habe.

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