Ruß

von nomissimon

Ein letzter Zug an meiner Zigarette, dann schnippe ich den noch glühenden Stummel neben mich auf die Straße und gehe auf das Gebäude vor mir zu. Die schmiedeeisernde Tür ist schwer und macht einen langgezogenen Quitschton beim Öffnen. Ich betrete die Eingangshalle des Gebäudes. Nach links und rechts führt jeweils ein langer dunkler Flur, vor mir eine steinerne Treppe, die nach einigen Stufen in einer Ebene endet, von der zwei andere Treppen fortlaufen. Im Gebäude ist es dunkel, einzig die Schatten der Straßenlaternen erhellen die Umgebung ein wenig. Ich folge dem Flur zu meiner Rechten bis auf der linken Seite eine Treppe erscheint, die in den Keller führt. Ich gehe sie herunter und finde mich nach einigen Metern in einer Art Lagerraum wieder. Um mich herum stapeln sich Umzugskartons und Holzpaletten, kistenweise Druckerpapier und ein paar ausrangierte Büromöbel. Sorgfältig begieße ich einen Großteil der Gegenstände mit Benzin. Meine 3 Kanister sind schnell leer und die benzingeschwängerte Luft zaubert mir ein Lächeln auf mein Gesicht. Ich schaue mich ein letztes Mal um, bevor ich mein Feuerzeug zücke. Innerhalb von Sekunden steht der ganze Kram in Flammen. Ein grandioses Schauspiel. In mir macht sich eine Mischung aus Genugtuung und Aufgeregheit breit, sodass ich ganz vergesse mich in Sicherheit zu bringen. Als ich mich schließlich vom Anblick des Flammenmeeres losreißen kann und fliehen möchte, ist mein Fluchtweg durch die Flammen versperrt. Einen Ausweg gibt es jetzt nicht mehr. Mit dieser Situation hatte ich mich vorher immer wieder beschäfftigt und für den Fall der Fälle beschlossen, in den Flammen unterzugehen. Der Anblick der Flammen um mich herum, lässt mich nun erkennen, dass es an der Zeit ist. Die Hitze wird immer durchdringender, schließlich bin ich bereit und lasse mich zu Boden sinken.

Schweißgebadet wache ich in meinem Bett auf. Ich atme schwer und brauche einige Momente, bis ich mich gefangen habe. Selten habe ich einen Traum so intensiv erlebt wie diesen. Jeder Moment und jedes Detail habe ich noch klar im Kopf, als ob ich all das wirklich erlebt hätte. Einige Minuten vergehen, bis ich mich beruhigt habe und wieder in mein Bett lege. Ich liege auf dem Rücken, mit dem Kopf zur Decke und starre in die Dunkelheit. Erst jetzt bemerke ich den Rußgeruch in meiner Nase und das seltsame Gefühl auf meiner Haut. Ich schalte meine Nachttischlampe an und sehe, dass meine Hände ganz schwarz vor Ruß sind.

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