Dilemma

von nomissimon

Es ist tatsächlich eine gewisse Art von Zwickmühle in der man steckt, wenn einem auf der Straße, im Zug oder in der Universität ein Mensch begegnet, den man auf Anhieb sympathisch findet, ohne auch nur ein einzelnes Wort gewechselt zu haben, man allerdings auch zu schüchtern und nervös ist, an dieser Situation irgendetwas zu verändern. Stattdessen malt man sich in seinem Kopf eine wunderbare Beziehung mit diesem Menschen aus, plant Urlaubsreisen, überlegt in welcher Stadt und welchem Stadtteil man sich niederlassen soll und benennt schonmal die gemeinsamen Kinder. Ein Ansprechen, ein nettes „Hallo“ oder ein freundliches „Wie gehts?“ kommen aber wirklich in keinster Art und Weise in Frage. Später ärgert man sich wieder über sich selbst, wegen der verpassten Chance einen möglicherweise wunderbaren Menschen kennenzulernen und sein Leben oder wenigstens einen Teil davon miteinander zu verbringen. Irgendwann ist man dann so weit, dass man sich dafür hasst, wie man ist und sich verhält. Denn es sind die kleinen Dinge, die kurzen Momente, die einen manchmal zur Verzweiflung bringen können und man hat diesen Kampf mit sich allein auszutragen, weil man niemanden hat, der einem helfen will und vorallem auch kann.

Advertisements