Ohne Titel (27)

von nomissimon

Wenn man mit einer bunten Auswahl an verschiedensten Persönlichkeitsstörungen durch sein Leben torkelt, dann sieht man sich ständig Problemen gegenüber, die für Außenstehende wie ein Lappalie wirken, man selber hat aber schwer damit zu kämpfen, diese auch nur einigermaßend bewältigen zu können. Völlig normale Alltagssituationen entpuppen sich als schier unüberwindbare Hürden und jeder Moment der panischen Angst, die man zwanghaft versucht zu unterdrücken und der Außenwelt nicht zu offenbaren, reißt einen weiteren tiefen Kratzer in das schon gänzlich lädierte Selbstbild. Aber weil man auch keinen Ausweg erkennt aus dieser misslichen Lage, versucht man sich so gut es geht mit ihr zu arrangieren und entwickelt Strategien, wie man jeder Konfrontation mit seinen Ängsten möglichst aus dem Weg geht. Und je mehr und je länger man sich diesen bedient, desto mehr wird einem bewusst, dass man gefangen ist in einem Strudel aus Vermeidungsstrategien, der eigentlich alles noch viel schlimmer macht. Doch weil man sich keine bessere Lösung aus dem Ärmel schütteln kann, lässt man das alles geschehen und das einzige, was einem dann noch bleibt, sind die verzweifelten Momente der Stille und Einsamkeit, von denen man genau weiß, dass sie einen immer begleiten werden.

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