Ohne Titel (28)

von nomissimon

Seit Jahren spiele ich eine Rolle. Meine Rolle. Die Rolle eines introvertierten und schüchternen Mädchens, das die Suche nach ihrem Sinn bereits aufgegeben hat und sich immer mehr in ihre Welt zurückzieht. Doch in mir, hinter der Fassade, ist vieles anders. In meinem tiefsten Inneren sind schön längst alle Dämme gebrochen. Meine Gedanken sind in ein Chaos verfallen, an allen Ecken und Enden knallt, lodert und klirrt es. Gedankengänge zischen durch meinen Kopf und kleine Cowboys ballern tanzend und johlend mit ihren Revolvern in die Luft. Wie in einem Flipperautomaten rasen die Gedankenkugeln durch meinen Kopf und stoßen mit einem lauten PLING von Bande zu Bande. Für wenige Bruchteile eines Moments blitzen sie auf, nur um anschließend wieder in den dunklen und verworrenen Ecken meines Kopfes zu verschwinden.

Ein heilloses Durcheinander, keinerlei Ordnung, die ich aber so dringend bräuchte, um auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können. Aber stattdessen stolpere ich ziel- und planlos durch diese Welt, versuche an irgendwelchen Dingen Halt zu finden, aber schaffe es nie wirklich.

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