Ohne Titel (30)

von nomissimon

Mit jedem Tag, an dem ich ziel- und sinnlos über diese Erde schwanke, wird mir bewusster, dass ich dieses degenerierte Spiel aus Heucheleien und Ekelhaftigkeiten zutiefst verachtenswert finde. Doch statt mich zu wehren und diesen aussichtslosen Kampf gegen Windmühlen zu führen, habe ich schon längst resigniert und feile seither an meiner Feindseligkeit gegenüber alldem, was alle anderen für lebens- oder erachtenswert halten. Ich ergötze mich an dem Leid in dieser Welt und fühle mich gut dabei. Ich sehe kleine Kinder im Park, wie sie zu Boden fallen und sich dabei die Fresse blutig hauen und mein Herz macht einen Freudensprung. Bei Meldungen über Unfälle oder Katastrophen grinse ich bis über beide Ohren. Die Zahlen von Verwundeten und Todesopfern können mir nie hoch genug sein. Und manchmal wünsche ich mir dann, dass ich eines Tages auch einer dieser Menschen sein darf, damit ich endlich erlöst bin aus diesem Sumpf von Abartigkeiten.

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