Ohne Titel (31)

von nomissimon

Nur allzu oft komme ich mir vor wie eine Figur aus einer drittklassigen Sitcom. Aber keinesfalls wie eine der Hauptfiguren, die mitunter in einer Achterbahnfahrt emotionaler Erlebnisse stecken und die trotz aller schlechten und dramatischen Momente doch vielmehr positive Dinge erleben, sondern eher wie eine der unscheinbaren Nebenfiguren, deren Auftritt nur dann vonnöten ist, wenn sie als Trittbrett für einen schlechten Witz herhalten dürfen und ansonsten maximal als stumme Statisten in der Gegend rumstehen oder sitzen und wahlweise mit einem Stift auf einem Stück Papier rumkritzeln oder sich Essen zwischen die Kiemen stopfen. Und während die Hauptfiguren mit allerhand Menschen durch die Weltgeschichte schlendern und sie diesen gewissen Grad an angenehmer Veränderung erleben, der das Leben im allgemeinen zumindest etwas lebenswert und auch spannend macht, sitze ich wie gewohnt daheim auf meiner Couch und kippe ein Bier nach dem anderen in mich hinein, weil mir in meiner Statistenrolle nichts anderes übrig bleibt. Alles, damit ich auch in der nächsten Folge wieder mitansehen darf, wie andere das Leben leben, das ich mir manchmal so sehr herbeisehne, und fühlen muss, wie das Leben an mir vorbeirauscht, ohne dass ich jemals auch nur die Chance gehabt hätte, es greifen zu können.

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